Silvester in Lettland
Lettland hat einen reichen Schatz an Winterbräuchen. Viele davon gehören allerdings nicht zu Silvester, sondern zur Wintersonnenwende und zu Weihnachten, auch wenn Reiseseiten sie gern dem Jahreswechsel zuordnen. Hier ist, was an Silvester wirklich dazugehört.

Was an Silvester dazugehört
Glücksgießen: Man gießt geschmolzenes Zinn oder Wachs in kaltes Wasser und deutet die Form. Der alte Wahrsagebrauch der Winterzeit ist heute vor allem an Silvester beliebt.
Nicht vor Mitternacht schlafen: Wer es tut, verschläft nach dem Volksglauben das ganze Jahr.
Erbsen und Hering: Sie sollen im neuen Jahr Wohlstand bringen.
Sauerkraut: Es soll die Säure des alten Jahres vertreiben.
Was eigentlich zu Weihnachten gehört
Graue Erbsen mit Speck (pelēkie zirņi) sind vor allem ein Weihnachtsessen. Wer die Erbsen nicht aufisst, muss im neuen Jahr weinen, sagt der Volksglaube.
Neun oder zwölf Gerichte stehen am Weihnachtsabend auf dem Tisch, nicht an Silvester.
Das Klotzziehen (bluķa vilkšana), bei dem ein Holzklotz durch den Hof gezogen und verbrannt wird, gehört zur Wintersonnenwende.
Die Maskengänger (ķekatas), verkleidet als Bär, Pferd oder Kranich, ziehen vor allem in der Weihnachtszeit von Haus zu Haus.
Der Rigaer Schwarze Balsam
Der Kräuterlikör ist das bekannteste Getränk Lettlands. Sein Rezept geht auf das Jahr 1752 und den Rigaer Apotheker Abraham Kunze zurück. Die Geschichte, der Balsam habe Katharina die Große geheilt, ist eine Legende. Getrunken wird er pur, im Kaffee oder mit Johannisbeersaft. Als Mitbringsel eignet er sich gut.
Der Gruß
„Laimīgu Jauno gadu!“ heißt „Frohes neues Jahr!“, gesprochen etwa „LAI-mii-gu JAU-no GA-du“.
Um Mitternacht
Kurz vor Mitternacht spricht der Präsident im Fernsehen, zuletzt um 23.59 Uhr. Dann wird angestoßen. Der 31. Dezember ist in Lettland ein gesetzlicher Feiertag.